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Ukiyo-e

Der Begriff „Ukiyo-e“ bedeutet im übertragenen Sinn soviel wie „Bilder der fließenden Welt“ und ist eine Sammelbezeichnung der japanischen Druckgrafik. Die Ursprünge lassen sich auf zwei verschiedene Quellen zurückverfolgen. Einmal auf volkstümliche, religiöse Holzschnitte und auf die japanische Malerei, die in erster Linie höfische Szenen darstellte. Erwähnt wird die Bezeichnung Ukiyo-e das erst Mal 1682 in einem Buch von Hishikawa Moronobu (1625 – 1695).
Die Grundstimmung in der japanischen Druckgrafik war ursprünglich noch von Besinnlichkeit und Jenseitigkeit geprägt. In der Mitte des 17. Jahrhunderts vollzog sich jedoch ein Sinneswandel. In Japan entstand ein Bürgertum, dass einen großen Bedarf an schmückenden Bildern hatte. Die Grundstimmung wechselte von Besinnlichkeit und Jenseitigkeit in eine Welt des Vergnügens und der Sinnesfreude. Diese japanischen Bilder selbst sind keine naturgetreuen Abbildungen, sondern idealtypische Vorstellungen des Künstlers. Der Bedarf an Bildern war übrigens so groß, dass mehr gedruckt wurde als im gesamten europäischen Raum. Die Herstellung eines Bildes regelte sich in einer Arbeitsteilung, die erst 200 Jahre später in Europa Einzug hielt. Die Technik des Holzplattendruckes selbst kam im 8. Jahrhundert mit dem Buddhismus aus China.
Original oder Nachdruck? Hier eine kleine (nicht ausführliche) Einleitung in die Begriffswelt dieser speziellen Kunst aus Japan:
Vorab, bei Originalen wie bei Nachdrucken handelt es sich um echte Farbholzdrucke. Bei den Originalen handelt es sich um Bilder, die von den ersten, ursprünglichen Holzblöcken abgezogen wurden. Unterscheiden kann man hier noch zwischen den „Shozuri“ und den „Atozuri“. Bei den Shozuri handelt es sich um Bilder, die unter Aufsicht des Künstlers entstanden. Atozuri-Drucke wurden ohne Kontrolle des Künstlers hergestellt und veröffentlicht. In der Folge kann man von einem Original sprechen, wenn ein Bild von einem ursprünglichen Holzblock, dem Original, abgezogen wurde. Bedingt durch den ständigen Gebrauch unterliegen die Holzblöcke dem Verschleiß. Durch Reparaturen kann man die Nutzungs- bzw. Lebensdauer dieser Blöcke verlängern. Aber irgendwann werden anhand von originalen Bildern neue, originalgetreue Holzblöcke hergestellt. Bei den Bildern, die man dann von diesen Blöcken abzieht, kann man von Nachdrucken oder auch Nachschnitzungen sprechen.
Tipps, Hinweise und Wissenswertes zu dieser speziellen japanischen Kunst: Licht ist bei Bildern, speziell bei japanischen Bildern bzw. Farbholzdrucken, der größte Störfaktor. Um Lichtschatten bzw. ein Verbleichen der Bilder zu vermeiden sollten Sie Farbholzdrucke keiner direkten Sonneneinstrahlung aussetzen. Wenn Sie die Bilder fotografieren benutzen Sie bitte kein Blitzlicht. Das Licht der größte Störfaktor ist, werden Sie ebenfalls feststellen, wenn Sie einen Farbholzdruck abwechselnd bei Neon- bzw. bei Tageslicht betrachten, die Farben wirken ganz anders. Übrigens, ob Sie bei diesen japanischen Bildern eine Kopie oder einen echten Farbholzdruck vorliegen haben, können Sie verhältnismäßig leicht feststellen. Bedingt durch den Herstellungsprozess weisen diese japanischen Farbholzdrucke Struktur auf. Wenn Sie mit dem Finger zum Beispiel über die Frisur oder den Kimono einer Person fahren, können Sie diese Struktur spüren. Dabei sollten Sie natürlich darauf achten, nicht zu oft mit dem Finger über diese japanischen Bilder zu fahren, es würde ihnen nicht sonderlich gut bekommen. Erwähnenswert zum Herstellungsprozess ist ebenfalls, dass diese Bilder immer unter Verwendung mehrerer Blöcke gefertigt werden. Diese Blöcke werden ausnahmslos nach jedem Druck gereinigt und für jedes Bild neu mit Farbe versehen. Hier kommt dann auch der Verschleiß ins Spiel. Bei der traditionellen Herstellung von Farbholzdrucken sollten man vor allem auch der Arbeitsteilung Aufmerksamkeit schenken. Vier Berufsgruppen sind hier involviert. Die Arbeit des Künstlers sticht natürlich hervor, allerdings sollte man sich zum Beispiel mit dem Drucker näher befassen. Bevor dieser überhaupt selbstständig drucken durfte, hatte er meist schon 20 Arbeitsjahre hinter sich. Nehmen Sie sich mal so ein japanisches Bild, dass große Flächen in schwarzer Farbe aufweist. Die Kunst liegt unter anderem darin, jedes Mal den genau gleichen schwarzen Farbton herzustellen. Wenn Sie sich ein solches Bild genau ansehen, werden Sie Folgendes feststellen: Es gibt absolut keine Schattierungen, es ist immer der genau gleiche Farbton. Allmählich kommt man jetzt auch schon zum Japan-Papier. Dessen Herstellung an sich ist schon eine Wissenschaft. Sehen sich mal die Rückseite eines Farbholzdruckes an, wie die Farbe durchschlägt, so dünn ist das Papier und das vor allem bei alten japanischen Büchern, denn auch die Bilder in diesen Büchern wurden auf diese Art und Weise hergestellt. Der Drucker musste bzw. muss hier genau wissen, wieviel Farbe wird verwendet, wie nass durfte diese sein, damit das Papier diese noch aufnehmen kann und wie lange muss der Druck wirken, damit das Bild überhaupt gelingt…. Dies sind alles Dinge, die man vielleicht bedenken darf oder vielleicht auch wissen sollte, wenn man japanische Kunst bzw. einen japanischen Farbholzdruck als Dekoration erwirbt oder erwerben möchte. Falls es Sie sich für dieses Thema interessieren, der 28-minütige Film: Japanese Traditional Woodcut Printing Techniques – Carving and Printing -, vermittelt Ihnen einen Überblick über den Herstellungsprozess von Farbholzdrucken.
Die gebräuchlichsten Ukiyo-e-Formate haben folgende Maße:
Oban – ca. 24 x 36 cm / Chuban – ca. 18 x 27 cm / Shikishiban (Surimono) – ca. 18 x 18 cm
Vielleicht denken Sie ja gerade über ein Geschenk aus Japan nach? Auf Wunsch können wir die in unserem Shop angebotenen Farbholzdrucke berühmter japanischer Künstler natürlich mit einem passenden Rahmen versehen lassen. Bei allen Angeboten in unserem Shop handelt es sich um echte Farbholzdrucke. Wir bieten keinen Offsetdruck oder Kopien auf Japanpapier an!
 

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